Kompressortypen im Detail oder die Frage ob Gartenschere oder Axt?

Der Vergleich zwischen Gartenschere und Axt ist bei den verschiedenen Typen und Funktionsweisen von Kompressoren etwas übertrieben. Dennoch gibt es klare Unterschiede und nicht jeder Typ ist für jede Anwendung und Aufgabe geeignet.

Im Folgenden Kopressortypen möchte ich dir heute vorstellen:
VCA, FET, Opto, Röhre / Vari Mu

Neben der Funktionsweise werde ich auch die möglichen Einsatzbereiche und Beispiele nennen. 

Solltest du dich noch einmal mit den Grundfunktionen von Audio-Kompressoren beschäftigen wollen und die wichtigsten Parameter in Erinnerung rufen wollen, dann lies noch einmal meinen Artikel dazu: Kompressoren verstehen oder die Sache mit deiner Mutter

 

Der VCA – Kompressor

VCA steht für Voltage Controlled Amplifier, also spannungsgesteuerter Verstärker. Eine Transistorschaltung ermöglicht eine sehr schnelle Kompression bei klarem und präzisem Sound

Von allen Typen ist der VCA-Kompressor der klarste und am universellsten einsetzbar. Allerdings kann man es mit ihm auch schnell übertreiben und die Transienten mancher Signale völlig kaputt machen. Warum?
Beim VCA hast du die volle Kontrolle über die Attack- und Releasezeiten. Die Attackzeiten lassen sich dabei sehr kurz einstellen.
Durch die mögliche Kürze der Attackzeiten ist er perfekt für schnelles und sehr perkussives Material (z.B. Snares, Percussion etc.) Aber auch auf anderem Material macht er eine super Figur! Vom rigorosen Abfangen von Pegelspitzen bis hin zum verdichten von Summen – der VCA kann das.
Viele Engineers setzen VCAs also bei der Summenkompression, Parallelkompression und auch beim Mastering ein.

Bekannte Modelle sind z.B. der dbx 160, der SSL Buscompressor, der Empirical Labs Distressor oder der VSC-3 von Vertigo Sound. 

Der FET – Kompressor

FET steht dabei für Feldeffekttransistor. Transistor? Ja, genau. Dieses Halbleiterelement hast du bereits beim VCA-Kompressor gefunden. Ein Feldeffekttransistor arbeitet dabei aber anders. Der FET immitiert dabei das Verhalten einer Röhre und arbeitet dabei wesentlich schneller, hat eine höhere Lebensdauer, kann auch bei niedrigen Spannungen betrieben werden und entwickelt kaum Wärme. Dennoch färbt der FET den Klang, was man sich natürlich gerne zu Nutzen macht. 

Du möchtest mehr über den Unterschied wissen? Unter folgendem Link folgt eine sehr gute erste Erklärung:

https://www.fairaudio.de/lexikon/transistor/

Den FET-Kompressor zeichnet also ein klarer bis – je nach Einstellung – färbender Charakter aus. Es sind sehr schnelle Attack- und Release-Zeiten möglich, was ihn optimal für percussive und aggressive Sounds macht. Vocals, Snares, Drums und Parallelkompression eignen sich hervorragend für einen FET. Im Mastering findet man ihn jedoch seltener. Das Ding erzeugt einfach zu viel Punch!

Bekannte Modelle sind z.B. der Urei 1176 und der Drawmer 1973.
Der 1176 sollte dabei heute – egal in welcher Revision – in keinem Studio fehlen! 

 

 

 

 

 

 

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