Zeitmanagement und Tomaten als Producerskill

Tomaten auf den Augen?

Heute nichts geschafft?

Sei mal ehrlich: Wie verlaufen deine Sessions im Studio oder Probenraum? Gehst du geplant an die Arbeit oder die Proben? Hast du am Ende das Gefühl etwas geschafft zu haben? Wirst du regelmäßig abgelenkt (Menschen die stören, Social Media, das klingelnde Handy etc.)  oder fängst fünf Dinge zur gleichen Zeit an und beendest eigentlich nichts? Wird das Gefühl am Ende des Tages, der Woche oder des Monats, das du nichts geschafft hast, immer stärker?
Da kann man schon unzufrieden sein, oder? Irgendwann verliert man den Überblick vor lauter Aufgaben und schlechter Gefühle. 

Ich bin da auch mal ganz ehrlich: Mir geht es oft auch so. Aber nachdem ich mich vor einiger Zeit auf die Suche nach Möglichkeiten gemacht habe, dieses blöde Gefühl im Keim zu ersticken, indem ich produktiver und fokussierter werde, kann ich heute sagen: Zeitmanagement und Fokus sind die wichtigsten Producerskills.

Die Pomodoro Methode

…  ist ein Verfahren dein Zeitmanagement zu fokussieren und konzentrierter an deinen Aufgaben zu arbeiten.

Zurück geht das Ganze auf den Italiener Francesco Cirillo, der die Methode in den 1980er Jahren als Student entwickelte. Pomodoro heißt Tomate. (Warum auch immer seine Technik so heißt.)

Es geht darum Arbeitsphasen in gut verdauliche Einheiten zu verpacken und ausreichend Zeit für Pausen zu lassen. (Vielleicht deshalb Tomate?)

So sollst du durch Struktur und absehbare Arbeitsphasen geistig beweglicher bleiben und geplante Tasks schaffen.

 

Was benötigst du für die Umsetzung der Methode?

Ein Blatt Papier.

Einen Stift.

Eine Stopuhr. Wenn du deinen Handytimer nutzt, dann lege es möglichst außer Reichweite. Außer, du benötigst es für deine kommenden Arbeitsschritte und Aufgaben.

 

Wie gehst Du vor?


Schritt 1:
Notiere dir zunächst eine oder mehrere Aufgaben, die du erledigen möchtest!
Achte darauf, dass es nicht zu viele Tasks sind. – ich setze mir immer maximal die Erledigung von drei bis vier Aufgaben zum Ziel.

Schreibe dir auf, was zu erledigen ist. So könnte das z.B. in meinem Studiotag wie folgt ausschauen:

  1. „Hills & Valleys“ – Projekt (6. Tracks) mastern.
  2. Rechnungen schreiben
  3. Backup machen.
  4. Blogartikel editieren.

 

Schritt 2: 
Setze dir nun deinen Timer auf 25 Minuten. Lege alle Dinge, die du nicht unmittelbar für die Erledigung deiner Aufgaben benötigst zur Seite!
Hole dir etwas zu trinken, schau dir deine geplanten Aufgaben noch einmal an und starte den Timer. 

In diesen 25 Minuten, ab Start des Timers, beschäftigst du dich ausschließlich mit dem Abarbeiten deiner Aufgaben.

Gehe nicht ins Internet, wenn nicht für die Erledigung nötig!
Checke kein Social Media, wenn nicht für die Erledigung der Aufgabe nötig! Stelle Anrufe auf stumm und rufe keine Mails ab – wenn nicht für deine Tätigkeit nötig!

Arbeite in diesen 25 Minuten vollkommen zielgerichtet und fokussiert.


Schritt 3:
Der Timer klingelt. Die ersten 25 Minuten sind um. Markiere die zuletzt bearbeitete Aufgabe mit einem X!
Entferne dich von deinem Arbeitsplatz, stelle den Timer auf 5 Minuten und nutze diese 5 Minuten für eine kurze Pause.

Geh zur Toilette, eine rauchen (oder mach besser etwas gesünderes), geh vor die Tür, setz dich in die Sonne, kurzum: Mach Pause! Chille! Ruhe deine Ohren aus. 

Schritt 4:
Der Timer klingelt erneut. Deine 5 Minuten Pause sind um. Beginne wieder mit Schritt 2 und arbeite dort weiter, wo du ein X gemacht hast!

Diese Handlungsschleife von Schritt 2 bis 4 wiederholst du. Insgesamt 4 mal! So kommst du auf eine Zeit von 4*(25 Min +5 Min) = 2 Stunden Arbeitszeit inklusive Pausen.

Schritt 5:
Du hast 4 Durchläufe geschafft? Nun hast du dir eine große Pause verdient!

Setze deinen Timer auf 30 Minuten und nutze diese Zeit zur Entspannung! Gehe etwas essen, triff dich auf einen Kaffee, mach ein Nickerchen, Netflixe…. Ich nutze diese große Pause für Alles. Nur nicht für Studio- oder Businesskram. 


Was sind die Vorteile der Methode?

  1. Du hast am Ende der ToDo-Liste wirklich etwas sichtbares erledigt!
  2. Du warst konzentriert und fokussiert.
  3. Du bleibst geistig beweglich, da Aufmerksamkeit und Entspannung in gutem Verhältnis zueinander stehen.

Ich schaffe so 2-3 gute Durchläufe. Manchmal mehr, manchmal weniger. Aber das ist egal, denn: Mein innerer Schweinehund und die Unzufriedenheit nach einem „Arbeitstag“ sind weniger laut und häufig völlig stumm.

Es ist klar: Diese Methode benötigt etwas Übung. Aber lasse dich darauf ein und ich verspreche dir einen wesentlich zufriedeneren Feierabend. Übrigens besonders dann, wenn du Job, Familie, Freunde und Hobbys unter einen Hut bringen möchtest – so wie ich.

Geht das auch ohne Blatt und Stift?

Ja, das geht sogar recht gut. Mittlerweile findest du viele Apps und Programme für alle möglichen Plattformen und Systeme in den jeweiligen App-Stores. Ich arbeite auf dem Iphone z.B. mit der kostenlosen App „Focus Timer“. Diese App ist komplett auf die Pomodoro-Methode abgestimmt und gibt mir sogar eine Analyse meines Arbeitsverhaltens aus – wenn ich das denn möchte.

Hast du noch gute Apps zum Thema entdeckt? Lass es mich wissen!


Quellen:

https://karrierebibel.de/pomodoro-technik/

https://de.wikipedia.org/wiki/Pomodoro-Technik

 

 

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